So könnte eine Schlagzeile in der Zukunft aussehen. Die Community Plattform studiVZ schließt die Pforten für die meisten deutschen Internetnutzer und konzentriert sich auf ein Nischenleben. Ein Dejavu Erlebnis, erging es MySpace doch bereits ähnlich. Noch ist es nicht soweit, aber die Anzeichen stehen auf Abschied vom Massenmarkt.
Ich behaupte, und bin überzeugt, dass alle VZ-Plattformen in naher Zukunft etwas an den Grundfunktionalitäten ändern müssen, oder man verliert in diesem Moment den Kampf gegen Facebook. Denn darum geht es. Der blaue Riese von Mark Zuckerberg ist auf dem besten Weg “das” globale Netzwerk zu werden. Ohne Aussicht auf regionale, starke Konkurrenten. Das sieht die kleine Umfragegruppe ähnlich (Achtung, keine repräsentative Masse).
Bugs bei studiVZ
Die Probleme von studiVZ sind hausgemacht und lösbar! Punkt 1 – Bugs. Bei vielen Usern werden seit Herbst 2010 ungelesene Nachrichten im Posteingang angezeigt. Schade nur, dass es diese gar nicht gibt. Das Support-System ist eine gute Überlegung, sofern es auch Mitarbeiter gibt, die Support-Mails beantworten. Ich frage mich aber, ob es diese Menschen überhaupt gibt. Ebenso führen Klicks auf neue Fotoalben in ein von drei Fällen zu der enttäuschenden Fehlermeldung “Diese Seite steht zur Zeit leider nicht zur Verfügung”. Ok, dann schau ich mir die Fotos halt bei Facebook an. Der Konkurrent ist immer nur ein Klick entfernt. Außerdem kam es letztes Jahr zweimal zur Löschung der gesamten Pinnwand. Das ist der digitale Radiergummi, der User enttäuscht und abschreckt. Unwiderruflich.
Aktualität bei studiVZ
Bei Punkt 2, der Aktualität, haben die Berliner geschlafen. Als studiVZ im Oktober 2005 gegründet wurde, war es egal ob ich alle Aktivitäten meiner Freunde sofort einsehen kann. Es war die Phase in der alle glücklich waren überhaupt vernetzt zu sein. Nennen wir es die Grundschule der Social Networks. Aber genau das reicht heute bei weitem nicht mehr aus. Wir sind vernetzt, weil uns die Erlebnisse unseres eigenen Netzwerkes interessieren. Täglich, stündlich ja sogar minütlich. Das wollen wir sehen, lesen, hören und erleben. Sofort und ohne Umwege. Bis jetzt konnte das deutsche Social Network das nicht leisten. Meine Vermutung lautet daher: Die technische Plattform von studiVZ (und damit von meinVZ und SchülerVZ) scheint ein ähnlich intelligentes System wie Facebook gar nicht zu ermöglichen.
Lokalität bei studiVZ
Der letzte Punkt war einst der große Vorteil von studiVZ. Lokalität. Eine deutsche Plattform ist für deutsche User auch immer die erste Anlaufstelle, so war vermutlich der Grundgedanke. Ich bin fest überzeugt, dass uns drei Themen in Zukunft begleiten werden. Social – Local – Mobile. Jedoch heißt das nicht, dass die Dienste, die uns das alles ermöglichen auch lokal beschränkt sein müssen. Jeder User wird sich sowieso sein eigenes kleines Netzwerk innerhalb des großen Netzwerks suchen. Man darf heute aber keine voreingestellten Schranken einbauen. Das natürlich Wachstum wird damit von Anfang eingegrenzt.
“studiVZ schließt die Pforten” wird man nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre auf Newsportalen und Blogs lesen, darauf würde ich wetten. Aber die Entwicklung sollte die Verantwortlichen nachdenklich stimmen. Vielleicht können die Kooperationen mit Coupies und Friendticker noch einmal einen Aufschwung bedeuten. Oder halt auch nicht. Ich werde noch eine Support-Mail mit Feedback schicken. Wenn euch etwas an dem Social Network stört oder ihr Verbesserungsideen habt, freue ich mich über Kommentare, die ich ebenfalls in die Support-Mail mitaufnehme. Vielleicht helfen wir ja ein kleines Stück, eine deutsche Community-Plattform am Leben zu halten…


Posted on April 20th, 2011 at 7:45 am by Alex
0