Reputationstools Ruflotse, Yasni und Co. im Kurzcheck

Posted on September 5th, 2011 at 7:42 pm by Alex

4


Hand hoch. Wer hat sich schon einmal selbst gegoogelt? Laut BITKOM hat schon ein Drittel der Internetnutzer sich mindestens einmal selbst “gegoogelt”. Der Duden hat das Wort “ego-googeln” sogar in das offizielle Lexikon übernommen. Personensuchmaschinen profitieren von diesem Trend. Das Portal Yasni.de konnte im Juli 2009 noch 8 Mio. Besucher verbuchen, im Juli 2011 waren es schon fast 23 Mio. Ego-Sucher (laut IVW).

Diese rasante Entwicklung führt in Zeiten von ständigem Content-Fluss und sekundenschneller Taktung neuer Informationen zu der Tatsache, dass auch etablierte Webseiten versuchen dem Trend Rechnung zu tragen. Unter anderem XING. Zu Beginn des Jahres hat man seinen Mitgliedern angeboten sich kostenlos bei Ruflotse.de zu registrieren.

Da ich zu den 33% gehöre, die sich hin und wieder selbst im Internet suchen, habe ich Ruflotse einfach mal ausprobiert. Die Registrierung ging schnell, war unkompliziert und mit wenig Einstellungsmöglichkeiten versehen. Das lag aber wahrscheinlich an der Kooperation mit XING und den daran geknüpften Bedingungen. Nach mehr als 6 Monaten in denen ich regelmäßig per E-Mail informiert wurde, sobald etwas neues über mich in Netz zu finden war, fällt mein Fazit durchwachsen aus.

Beispiel E-Mail von Ruflotse.de

Beispiel E-Mail von Ruflotse.de

Am Anfang war es durchaus interessant zu sehen, was über mich (bzw. zu meinem Namen) gefunden wird. Neben meinen Profilen bei Twitter oder Posterous ist auch ein alter Accout auf einer nicht mehr genutzten Gaming-Community-Plattform aufgetaucht. Leider war das auch die einzig neue Erkenntnis für mich. Backlinks auf mein Blog oder Tweets in denen in erwähnt werde sehe ich meist am gleichen Tag. Die Infoschnipsel per E-Mail können da überhaupt nicht mithalten. Alternativ hätte ich auf die Webseite von Ruflotse gehen können – das war mir nach einer Woche aber ehrlich gesagt zu anstrengend. Ein Vorteil von Ruflotse ist allerdings die Möglichkeit, dass man unliebsame Inhalte melden kann und Ruflotse sich bemüht die Inhalte für den angemeldeten Nutzer zu entfernen. Das diese mit einer kleinen Gebühr verbunden ist dürfte klar sein. Für mich dennoch ein guter Dienst, den man zumindest einmal ausprobieren kann.

Wer ein Analyseprogramm für Blogs nutzt und regelmäßig seine Mentions bei Twitter und Co. überprüft braucht kaum zusätzliche Dienste.

Yasni.de habe ich bereits die letzten Jahre mehrfach benutzt. Im Gegensatz zu Ruflotse kann man die Personensuchmaschine auch ohne Anmeldung nutzen. Dafür gibt es schon mal einen virtuellen Pluspunkt. Was mir damals wie heute sofort auffällt: Die Websuche funktioniert bei Yasni schnell und gut. Egal ob namentliche Erwähnungen in Blogs, Tweets oder mir bislang unbekannten Webseiten. Auch ohne Verlinkungen (die ich ggf. schon gesehen hätte) erkennt Yasni viele Inhalte. Je nach Tagesform erhalte ich sogar mehr sinnvolle Treffer als bei Google.

Ergebnisse bei yasni.de

Ergebnisse bei yasni.de

Zusätzlich nutze ich nebenbei auch schon mal 123people.com. Auch hier ist keine Registrierung notwendig und die Ergebnisse sind meistens in Ordnung. Eigentlich ist 123people nicht viel anders wie Yasni, lediglich ein wenig unbekannter.

Seit wenigen Wochen mischt auch Das Telefonbuch bei den Personensuchmaschinen mit. Unter dem Bereich “Websuche” findet man nicht nur Namenstreffer mit Ort, Straße und Telefonnummer, sondern auch Treffer von Social Networks wie Facebook, Twitter, XING, LinkedIn, StayFriends oder lokalisten. User können sich zudem über MeinTelefonbuch anmelden und entscheiden, welche Profile öffentlich angezeigt werden sollen. Fehlen Profile, können diese auch hinzugefügt werden. (Hinweis: ich arbeite für einen Verlag, der Das Telefonbuch vertreibt.)

DasTelefonbuch Websuche

DasTelefonbuch Websuche

Der Markt ist in Bewegung und jeder versucht die persönliche Bodyguard im Web zu werden.

Nutzt man Personensuchmaschinen eine Zeit lang kommen kaum noch neue Links hinzu. Die digitalen Fußabdrücke sind jetzt schließlich alle bekannt.

Im Endeffekt kann ich jedem nur raten sich selbst einmal im Internet zu suchen. Je nach der eigenen Netzaktivität kommen mitunter erstaunliche Informationen ans Tageslicht. Und für alle anderen, die nichts über sich finden können: Jetzt könnt ihr beruhigt sein, dass im Internet kein Mist über euch steht.

Like it? Share it!