Foursquare hat ein großes Problem

Posted on März 29th, 2011 at 8:46 am by Alex

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Location Based Services (LBS) werden auf vielen Events als wichtiger, mobiler Entwicklungschritt für die kommenden Jahre gehandelt. Kaum ein Unternehmen könne sich leisten diesen Trend zu missachten. Ende 2010 verzeichnete einer der Marktführer Foursquare über 25.000 neue Nutzer pro Tag. Doch gerade Foursquare hat ein großes Problem. Der Nutzer Standort wird nicht verifiziert!

foursquare friends

foursquare friends (Quelle: foursquare.com)

So paradox das klingt, aber Foursquare (als einer der Vorreiter im Bereich der ortsbezogenen Dienste) verifiziert nicht den Standort eines Nutzers. Ein praktisches Beispiel zur Erklärung: Stefan P. sitzt bei sich zu Hause mit seinem Laptop und klickt sich durch verschiedene Webseiten. Er liest zufällig die Newsmeldung, dass Vapiano dem jeweiligen Foursquare Mayor ein kostenloses Getränk schenkt. Stefan holt also kurzerhand sein Smartphone raus, loggt sich bei Foursquare ein und checked so oft virtuell bei Vapiano ein, bis er Mayor wird. Er befindet sich weder in der Nähe, noch im erweiterten Umkreis des Restaurants. Er könnte sich genauso gut beim Kölner Dom einchecken, obwohl er den Dom nur aus den Nachmittag-Soaps kennt.

Das bringt drei Nachteile mit sich:

  1. Ein Unternehmen, das die Check-Ins beobachtet um ggf. diese Personen direkt anzusprechen, weiß gar nicht ob sich die jeweilige Person auch wirklich im Geschäft befindet. Die Mühe ist unter Umständen vergeblich.
  2. Die angezeigten, vermeintlich lokal passenden, Angebote sind für den Nutzer irrelevant, da sein eigentlicher Standort ein ganz anderer ist.
  3. Die Unternehmen, die ihre Angebote bei Foursquare eventuell kostspielig platzieren, haben also im schlimmsten Fall einen extrem großen Streuverlust.

Einige werden zu Recht fragen: „Wie wahrscheinlich ist es denn, dass sich Nutzer einchecken, obwohl sie nicht vor Ort sind?“ Die Tatsache, dass Foursquare viele Check-Ins mit Auszeichnungen (Badges) honoriert und immer mehr Unternehmen einen Mayor ebenfalls belohnen (mit einem kostenlosen Getränk oder Essen beispielsweise) ist Anreiz genug dem Sammeltrieb und der Schnäppchenjagd nachzugeben.

Ein besseres Foursquare

Wenn Foursquare einen Check-In jeweils mit Geodaten abgleichen würde und diesen dadurch verifiziert, würde die Qualität der Check-Ins steigen. Für Unternehmen heißt das, qualifizierte Informationen über Kunden und effiziente Nutzung eines Location Based Services im Marketing-Mix. Vielleicht würde die Gesamtzahl der Check-Ins sinken, aber aus Monetarisierungsgründen hätte Foursquare bessere Argumente gerade gegenüber Unternehmen mit mobilem Know-How, die nicht jede Marketingfloskel glauben.

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