Location Based Services (LBS) werden auf vielen Events als wichtiger, mobiler Entwicklungschritt für die kommenden Jahre gehandelt. Kaum ein Unternehmen könne sich leisten diesen Trend zu missachten. Ende 2010 verzeichnete einer der Marktführer Foursquare über 25.000 neue Nutzer pro Tag. Doch gerade Foursquare hat ein großes Problem. Der Nutzer Standort wird nicht verifiziert!

foursquare friends (Quelle: foursquare.com)
So paradox das klingt, aber Foursquare (als einer der Vorreiter im Bereich der ortsbezogenen Dienste) verifiziert nicht den Standort eines Nutzers. Ein praktisches Beispiel zur Erklärung: Stefan P. sitzt bei sich zu Hause mit seinem Laptop und klickt sich durch verschiedene Webseiten. Er liest zufällig die Newsmeldung, dass Vapiano dem jeweiligen Foursquare Mayor ein kostenloses Getränk schenkt. Stefan holt also kurzerhand sein Smartphone raus, loggt sich bei Foursquare ein und checked so oft virtuell bei Vapiano ein, bis er Mayor wird. Er befindet sich weder in der Nähe, noch im erweiterten Umkreis des Restaurants. Er könnte sich genauso gut beim Kölner Dom einchecken, obwohl er den Dom nur aus den Nachmittag-Soaps kennt.
Das bringt drei Nachteile mit sich:
- Ein Unternehmen, das die Check-Ins beobachtet um ggf. diese Personen direkt anzusprechen, weiß gar nicht ob sich die jeweilige Person auch wirklich im Geschäft befindet. Die Mühe ist unter Umständen vergeblich.
- Die angezeigten, vermeintlich lokal passenden, Angebote sind für den Nutzer irrelevant, da sein eigentlicher Standort ein ganz anderer ist.
- Die Unternehmen, die ihre Angebote bei Foursquare eventuell kostspielig platzieren, haben also im schlimmsten Fall einen extrem großen Streuverlust.
Einige werden zu Recht fragen: „Wie wahrscheinlich ist es denn, dass sich Nutzer einchecken, obwohl sie nicht vor Ort sind?“ Die Tatsache, dass Foursquare viele Check-Ins mit Auszeichnungen (Badges) honoriert und immer mehr Unternehmen einen Mayor ebenfalls belohnen (mit einem kostenlosen Getränk oder Essen beispielsweise) ist Anreiz genug dem Sammeltrieb und der Schnäppchenjagd nachzugeben.
Ein besseres Foursquare
Wenn Foursquare einen Check-In jeweils mit Geodaten abgleichen würde und diesen dadurch verifiziert, würde die Qualität der Check-Ins steigen. Für Unternehmen heißt das, qualifizierte Informationen über Kunden und effiziente Nutzung eines Location Based Services im Marketing-Mix. Vielleicht würde die Gesamtzahl der Check-Ins sinken, aber aus Monetarisierungsgründen hätte Foursquare bessere Argumente gerade gegenüber Unternehmen mit mobilem Know-How, die nicht jede Marketingfloskel glauben.

Stefan
11 months ago
Hallo Alex,
vielleicht hast du ja Lust, auch mal Dailyplaces auszuprobieren. Wir sind ein deutsches Start-Up, das sich auch im Bereich Location-based Services tummelt. Unser Motto ist “Your friends know where to go”. Die Nutzer können an einzelnen Places einchecken sowie Tipps, Bewertungen und Posts an den einzelnen Places veröffentlichen und an Twitter oder Facebook senden. Alle Infos erscheinen auch immer in der Timeline der Nutzer.
Wir haben bei Dailyplaces auch eine Spiele-Komponente integriert, die sich recht deutlich von dem herkömmlichen Bürgermeister-, Präsidenten- oder Abzeichenprinzip der üblichen Verdächtigen unterscheidet. Bei uns ist es so, dass jeder User durch seine Check-Ins virtuelle Credits verdient. Mit diesen Credits kann man sich Anteile an Places kaufen. Sobald man Anteilseigner an einem Place ist, erhält man für jeden Check-In (ob eigene oder fremde) an diesem Place einen Credit als Dividende. Natürlich erhält man zusätzlich auch für seine Aktivitäten bei Dailyplaces Credits.
Alex
11 months ago
Danke für den Kommentar Stefan. Werde ich mir gerne angucken. Löst ihr das Problem dass man quasi von überall einchecken kann?
Jo Wedenigg
10 months ago
Hallo zusammen,
So ganz stimmt das angebliche “Problem” allerdings nicht. 4SQ verifiziert die Entfernung zum jeweiligen Ort. Ist man zu weit entfernt, erhält für das Check-In weder Punkte noch Badges. Einchecken kann man jedoch trotzdem. Man wird allerdings auch im Display darauf hingewiesen, dass man zu weit weg ist, um das Check-In zu zählen.
Best
Jo
Steffen
10 months ago
…aha? Und ich dachte dass größte Problem von Foursquare sei dass das Unternehmen keine Zukuft hat seit Facebook ähnliche Features bietet. Außer ein paar Hipstern und Early Adoptern nutzt doch vermutlich kaum jemand Foursqare.
Viele Grüße
Steffen
Alex
10 months ago
@Jo: Ich habe letztes Wochenende noch getestet und konnte von mehr als 5 KM Entfernung ohne Probleme einchecken und habe auch Punkte bekommen. Oder lag das eventuell daran, dass das Venue neu angelegt wurde?
@Steffen: Stimmt, in meinem Bekanntenkreis ist Foursquare auch nicht so verbreitet. Facebook Places kennt dagegen fast jeder zweite.